Wie ist das eigentlich mit einer Hundehaftpflichtversicherung?

Die Bestimmungen zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Hunde sind bundesweit nicht einheitlich geregelt. Während in einigen Bundesländern nur für die Besitzer von sogenannten Kampfhunden die Verpflichtung besteht, eine Haftpflichtversicherung für ihr Tier abzuschließen, gibt es in anderen Bundesländern eine generelle Versicherungspflicht für alle Hunderassen.

Hier ist es dann gleich, ob Ihr Liebling ein Chihuahua oder ein Irischer Wolfshund ist, eine Versicherung ist Pflicht. Lediglich wer in Mecklenburg-Vorpommern wohnt, ist nicht gezwungen, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Für alle anderen Hundehalter in Deutschland gilt, dass bei Nichtbeachtung der in ihrem Bundesland herrschenden Bestimmungen ein Bußgeld in einer Höhe von bis zu 10.000 Euro verhängt werden kann.

Wo ist eine Hundehaftpflichtversicherung nicht vorgeschrieben?

Mecklenburg-Vorpommern, das Bundesland im Nord-Osten der Republik, ist das einzige, in dem Hundehalter nicht verpflichtet sind, sich und ihr Tier durch eine Hundehaftpflichtversicherung zu schützen. Im Falle eines durch den Hund verursachten Schadens muss sein Besitzer allein für alle Kosten aufkommen. Um diese unter Umständen erheblichen Belastungen zu vermeiden, besteht in allen anderen 15 Bundesländern zumindest für ausgewählte Hunderassen die Pflicht, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen.

16 Bundesländer – 16 Regelungen zur Haftpflichtversicherung für Hunde

Für einen verantwortungsvollen Hundebesitzer gehört nicht nur die richtige Erziehung des Tieres zu den unverzichtbaren Grundlagen der Tierhaltung. Um gefährliche Situationen zu vermeiden, sollte im Zweifel auch der Griff zu Leine und Maulkorb selbstverständlich sein. Sollte es trotzdem zu einem von dem Hund verursachten Unfall kommen, entstehen dadurch zum Teil erhebliche Schäden. Damit der Geschädigte dann nicht auf seinem Schaden sitzenbleibt, ist in fast allen Bundesländern durch ein entsprechendes Gesetz eine Hundehaftpflichtversicherung vorgeschrieben, entweder für ausnahmslos alle Hunde oder nur für bestimme Rassen.

5 Bundesländer mit genereller Versicherungspflicht

In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg besteht ebenso wie in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die generelle Verpflichtung, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei dem Tier um einen kleinen Pekinesen handelt, der vorzugsweise auf dem Arm getragen wird, oder um eine riesige Dänische Dogge, die in der Größe ihrem Besitzer kaum nachsteht. Hier gilt: gleiches Recht für Alle, egal wie groß oder klein, ob lammfromm oder von eher schwierigem Charakter.

Regelungen in den einzelnen Bundesländern

 

Hundehaftpflicht Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg liegt die verbindliche Ausgestaltung der gesetzlichen Vorgaben bei den einzelnen Kommunen. Städte und Gemeinden können am Ende selbst entscheiden, welche Hunderassen auf ihrem Gebiet als gefährlich bzw. als Kampfhunde eingestuft werden. Für diese beiden Gruppen besteht dann eine Versicherungspflicht. Rassen, die nicht als potenziell gefährlich gelten, bleiben von der Versicherungspflicht ausgenommen. Genaue Informationen sind im jeweiligen Rathaus zu bekommen.

Hundehaftpflicht Bayern

Neben Baden-Württemberg wird auch im zweiten großen Bundesland im Süden der Republik noch von Kampfhunden gesprochen, während alle anderen Länder diesen Terminus nicht mehr gebrauchen. Wird eine Rasse zu dieser Gruppe gezählt, besteht für die Besitzer die Pflicht, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Alle anderen Rassen müssen nicht versichert werden.

Hundehaftpflicht Berlin

Gleich ob groß oder klein, friedlich oder aggressiv: in Berlin müssen grundsätzlich alle Hunde versichert werden. Außerdem darf in der Hauptstadt kein Hund ohne die obligatorische Chipmarke im Ohr gehalten werden.

Hundehaftpflicht Brandenburg

Seit dem Jahr 2000 ist in Brandenburg durch eine Rasseliste geregelt, welche Hunde der Versicherungspflicht unterliegen. Dabei wird unterschieden zwischen gefährlichen Rassen und solchen, für die lediglich eine sogenannte Gefährlichkeitsvermutung gilt. Als gefährlich eingestufte Rassen müssen ohne Ausnahme versichert werden. Gehört ein Hund zu einer als potenziell gefährlich betrachteten Rasse, kann die Pflicht zur Versicherung nur aufgehoben werden, wenn er durch einen Wesenstest seine Ungefährlichkeit unter Beweis gestellt hat. Jede Gemeinde in Brandenburg kann dazu ihre eigenen Regeln für die Haltung von gefährlichen Hunden festlegen.

Hundehaftpflicht Bremen

In Bremen besteht eine Versicherungspflicht für Halter von gefährlichen Hunden. Eine Hundehaftpflichtversicherung müssen danach Besitzer von Pitbull Terriern, Bullterriern, American Staffordshire Terriern und Staffordshire Bullterriern sowie von Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen abschließen. Außerdem müssen diese Hunde einen Maulkorb tragen, und ihre Besitzer sind verpflichtet, eine Hundehaltereignungsprüfung abzulegen.

Hundehaftpflicht Hamburg

In der Freien und Hansestadt Hamburg müssen die Halter grundsätzlich für alle Hunde eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen.

Hundehaftpflicht Hessen

Hessische Hunde müssen von ihren Besitzern dann versichert werden, wenn sie einer Rasse angehören, die auf der Liste der gefährlichen Hunderassen verzeichnet ist. Auch für Mischlinge, die Erbgut dieser Rassen in sich tragen, ist die Hundehaftpflichtversicherung obligatorisch.

Hundehaftpflicht Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern besteht keinerlei Verpflichtung zum Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung, gleich ob die Rasse als gefährlich oder als harmlos gilt.

Hundehaftpflicht Niedersachsen

In Niedersachsen müssen seit 2011 grundsätzlich alle Hunde unabhängig von ihrer Gefährlichkeit und Größe versichert werden. Ausnahmen von der Versicherungspflicht sind nicht vorgesehen.

Hundehaftpflicht Nordrhein-Westfalen

Sowohl die nach Liste gefährlichen Hunde als auch jene Rassen mit Gefährlichkeitsvermutung unterliegen in Nordrhein-Westfalen seit Ende des Jahres 2002 der Versicherungspflicht.

Hundehaftpflicht Rheinland-Pfalz

Neben den allgemein als gefährlich eingestuften Hunderassen sind auch die Halter von Hunden, die individuell von den Behörden als gefährlich eingestuft wurden, verpflichtet, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen.

Hundehaftpflicht Saarland

Wie in den meisten anderen Bundesländern müssen auch m Saarland die Besitzer von gemeinhin als gefährlich betrachteten Hunderassen und entsprechende Mischlinge ihre Tiere versichern. Darüber hinaus können die Behörden auch den Haltern von Hunden anderer Rassen, die auffällig geworden sind, die Pflicht auferlegen, ihre Hunde zu versichern.

Hundehaftpflicht Sachsen

In Sachsen sieht das Gesetz die gleichen Regeln wie im Saarland vor.

Hundehaftpflicht Sachsen-Anhalt

Alle Hunde in Sachsen-Anhalt, unabhängig von ihrer Rasse, unterliegen der generellen Versicherungspflicht. Darüber hinaus müssen alle Tiere entweder mit einem Chip oder auf andere Weise unverwechselbar gekennzeichnet werden.

Hundehaftpflicht Schleswig-Holstein

Im hohen Norden, in Schleswig-Holstein, gilt wie in vielen anderen Bundesländern die Pflicht, als gefährlich eingestufte Rassen oder entsprechende Mischlinge zu versichern. Auch dem Halter eines Hundes einer anderen Rasse kann eine Versicherungspflicht auferlegt werden, wenn der einzelne Hund als gefährlich betrachtet werden muss.

Hundehaftpflicht Thüringen

In Thüringen gilt seit 2011 eine generelle Verpflichtung zur Haftpflichtversicherung für Hunde. Darüber hinaus müssen sich die Halter der als gefährlich geltenden Rassen an besondere Regeln halten.

Aktuelle Informationen gibt’s beim zuständigen Ordnungsamt

Auf Grund der zum Teil erheblichen regionalen Unterschiede bei Fragen der Hundehaftpflichtversicherung empfiehlt es sich für Hundehalter, entsprechende aktuelle Informationen beim jeweils zuständigen Ordnungsamt ihrer Stadt oder Gemeinde einzuholen.

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