Hundehaftpflicht

Was man zum Thema Hundehaftpflichtversicherung wissen sollte

Wenn auch Sie auf einen oder mehrere der über 5 Millionen in Deutschland lebenden Hunde gekommen sind, sollten Sie sich die folgenden Tipps zur Hundehaftpflichtversicherung vielleicht etwas genauer ansehen. Falls Ihr bester Freund nämlich einmal etwas anstellt und dabei fremdes Hab und Gut oder Ihre Mitmenschen selbst zu Schaden kommen, kann dies für Sie ganz schön teuer werden. So wie allgemein die Eltern für ihre Kinder haften, bei Hunden sind es ihre Halter.

Das sollten Sie wissen:

Was steckt hinter dem Begriff „Haftpflicht“?
Brauche ich wirklich eine Hundehaftpflichtversicherung?
Wer ist denn nun versichert, Hund oder Herrchen?
Welche Schäden deckt eine Hundehaftpflichtversicherung ab?
Kann ich gezwungen werden, eine Haftpflichtversicherung für meinen Hund abzuschließen?
Warum kostet die Versicherung für einen Chihuahua weniger als für einen Bullterrier?

Was steckt hinter dem Begriff „Haftpflicht“?

Um herauszufinden, was genau hinter dem Begriff „Haftpflicht“ steckt, hilft ein Blick ins BGB, das Bürgerliche Gesetzbuch. Dort heißt es, dass jeder, der anderen einen Schaden zufügt, verpflichtet ist, diesen zu ersetzen. Er haftet also für den von ihm verursachten Schaden. Diese Haftung und die daraus folgende Verpflichtung zum Schadensersatz können in bestimmten Fällen zum finanziellen Ruin führen. Um dieses erhebliche Risiko auszuschließen, besteht die dringende Empfehlung, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Brauche ich wirklich eine Hundehaftpflichtversicherung?

Da bei einem Hund in der Regel wenig zu holen ist, wenn ein Haftpflichtfall eingetreten ist, wenden sich die Geschädigten natürlich an den Halter des Tieres. Und dieser haftet dann in vollem Umfang für den von seinem unschuldig dreinblickenden Vierbeiner verursachten Schaden. Besonders teuer wird es, wenn durch das Handeln des Tieres ein Mensch verletzt oder gar getötet wird. Die dann eingehenden Schadensersatzforderungen können existenzbedrohend sein, wenn der Hund und damit sein Halter nicht durch eine Haftpflichtversicherung abgesichert sind, die diese berechtigten Forderungen übernimmt.

Wer ist denn nun versichert, Hund oder Herrchen?

Die Versicherung für den Hund schützt den Herrn. Obwohl die Haftpflichtversicherung für den Hund abgeschlossen wird, ist der eigentliche Nutznießer doch der Halter, der gesetzlich verpflichtet ist, für die vom Tier verursachten Schäden zu haften. Geschützt ist bei den meisten Tarifen der Hundehaftpflichtversicherungen auch der private Hundehüter, der gerne mal mit dem Vierbeiner des Nachbarn oder dem besten Freund des Freundes Gassi geht. Besitzer mehrerer Hunde sollten darauf achten, dass jedes einzelne Tier versichert ist, da sich sonst die Assekuranz weigern könnte, einen entstandenen Schaden zu begleichen. Durch den Abschluss einer preiswerten Haftpflichtversicherung für jeden Hund kann dieses Risiko ausgeschlossen werden.

Welche Schäden deckt eine Hundehaftpflichtversicherung ab?

Den Schutz, den die Privathaftpflicht den Menschen bietet, übernimmt die Hundehaftpflicht für das Tier. Alle Schäden, die durch die Schuld des Hundes verursacht werden, werden durch diese spezielle Tierversicherung beglichen. Hunde, auch wenn sie von ihren Besitzern als Familienmitglieder betrachtet werden, sind in einer allgemeinen Familienhaftpflicht nicht mitversichert.

Kann ich gezwungen werden, eine Haftpflichtversicherung für meinen Hund abzuschließen?

Wer nicht in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Niedersachsen, Thüringen oder Hamburg wohnt, ist zwar nicht verpflichtet, eine Versicherung für seinen Liebling abzuschließen, für eventuell auftretende Schäden haftet der Halter dann allerdings mit seinem Privatvermögen. Besonders bei Personenschäden, wenn Behandlungskosten beim Arzt oder im Krankenhaus, Verdienstausfälle und andere gravierende Folgekosten zu begleichen sind, kann dies schnell zu einem finanziellen Fiasko führen.

Während nur in Mecklenburg-Vorpommern alle Hunderassen von einer Versicherungspflicht befreit sind, sehen die Regelungen in anderen Bundesländern eine verpflichtende Versicherung nur für bestimmte Rassen vor. In der Regel handelt es sich dabei um Hunde, denen auf Grund bestimmter Charaktereigenschaften und ihrer Größe eine potenzielle Aggressivität unterstellt wird. Da angenommen wird, dass diese Rassen mehr und auch höhere Schäden verursachen, besteht für sie eine Versicherungspflicht.

Warum kostet die Versicherung für einen Chihuahua weniger als für einen Bullterrier?

Es ist wie beim Auto. Manche Modelle animieren zu einer besonders ambitionierten Fahrweise, was eine erhöhte Unfallrate zur Folge hat. Die Versicherungsbeiträge für diese Autos steigen dann in entsprechende Höhen, auch wenn hinter dem Steuer eines solchen Wagens ein verantwortungs- und rücksichtsvoller Fahrer sitzt.

Bei den Prämien für die Hundehaftpflicht wird zwar nicht so stark differenziert wie bei der Autoversicherung, aber Besitzer von sogenannten Kampfhunden und Kampfhund-Mischlingen müssen deutlich mehr an die Assekuranz überweisen als die Halter von Hunden, die allgemein als weniger gefährlich gelten. Welche Rassen als potenzielle Schadensverursacher ihre Besitzer besonders teuer zu stehen kommen, entscheidet am Ende jede Versicherung selbst. Als allgemeine Grundlage werden aber oft die Kampfhundlisten von Bund und Ländern herangezogen. Für manche Rassen bieten einige Unternehmen erst gar keine Versicherung an.

Hundehaftpflicht in den Bundesländern

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